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Buchlesung "Frauenpower"

Mit Anke Schwarzenberg am Mikro
Mit Anke Schwarzenberg am Mikro

Gemeinsam mit vier Kolleginnen aus der Landtagsfraktion hatte ich mich bereit erklärt, aktiv am Kultursommer im Lothar-Bisky-Haus mitzuwirken. Wir hatten beschlossen am 24.08.2017 eine Lesung zu gestalten. Es ging uns hauptsächlich darum, dass es für uns Politikerinnen noch mehr im Leben gibt als Politik. So wählte jede von uns Leseproben aus Büchern, die uns wichtig sind. Wichtig, weil sie uns zum Nachdenken oder auch zum Lachen bringen. Kathrin Dannenberg las aus der Biographie der Band „Die Ärzte“ und erzählte, warum vor allem ein Text sie noch stärker politisierte.

Als zweites las sie einen Ausschnitt aus „Dritte Generation Ost“, der nach unserer Lesung zu einer interessanten Diskussion führte, wie unterschiedliche Generationen auf das Leben in der DDR zurückblicken und auch darüber, warum es so schwer ist, ein realistisches Bild über das Leben in der DDR zu vermitteln.

Anke Schwarzenberg machte mit ihrer Leseprobe aus „Zero“ von Mark Elsberg auf die Gefahren des Netzes aufmerksam. In diesem Buch geht es u.a. darum, dass durch die „Spurenverfolgung“ im Netz Persönlichkeitsprofile erstellt werden können, auf deren Grundlage Wahrscheinlichkeitsprognosen über die Entwicklung, also Zukunft des einzelnen Menschen, erstellt werden könn(t)en. Dies hinterließ nicht nur bei mir ein ungutes Gefühl.

Ich las aus einem Buch, welches ich während meiner Mutter-Kind-Kur gelesen hatte. Und zutreffender Weise erzählt es aus dem Leben einer Assistentin, die ihre Mutter- und Arbeitspflichten unter einen Hut bringen und sich bei der Kinderbetreuung auf ihren Mann verlassen möchte. Letzteres leider vergebens. Mit drei Auszügen aus diesem wunderbaren Buch von Susanne Föhlich „Frisch gemacht“ erzählte ich aus den Alltagserfahrungen einer jungen Mutti mit einem Augenzwickern, was uns nicht nur einmal zum Lachen brachte.

Margittas Beitrag bestand aus zwei Episoden des Buches ihres ehemaligen Fraktionskollegen Frank Hammer „Geschichten aus der Lobbingzeit“, die auf humorvolle Weise Alltagsbegebenheiten aus der Wendezeit beschreiben und so eine nicht verabredete andere Sicht auf Kathrins Auszug zur „Dritten Generation Ost“ war.
Zum Abschluss las Margitta aus Günter Herlts „Flach, flacher, Flachbildschirm“ u.a. die fünf wichtigen Ratschläger, die er dem geneigten Fernsehzuschauer mit auf den Weg gib. Ich fasse mal kurz zusammen: 1. Machen sie sich nicht zum „Müllschlucker“ der Fernsehsendungen; 2. Sehen sie nicht nur, was sie sehen, sondern sehen sie auch, was ihnen nicht gezeigt wird; 3. Nicht nur Fernsehen schauen, sondern auch Lesen und Gespräche mit anderen suchen; 4. „Lassen Sie ihre Kinder und Enkel nicht so oft allein vor dem Fernseher. Unterrichten Sie den Nachwuchs gelegentlich in Medienkunde, solange dies noch kein Pflichtfach in den Schulen ist.“ Abschließend fordert er uns auf, daran zu denken, dass die Sender nicht für aber von uns leben und endet: „Ansonsten gilt MOTZEN STATT GLOTZEN“.

Mit einem Blumenstrauß aus Heiterem, Überraschendem und Spannendem war es ein sehr interessanter, unterhaltsamer literarischer Abend. Und es war hoffentlich nicht der Einzige...

Wir vier "Musketiere der Literatur": Kathrin Dannenberg und Margitta Mächtig (vorn, v.l.) sowie Anke Schwarzenberg und ich (hinten, v.l.)
Wir vier "Musketiere der Literatur":  Kathrin Dannenberg und Margitta Mächtig (vorn, v.l.) sowie Anke Schwarzenberg und ich (hinten, v.l.)