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Sahra Wagenknecht zu Gast in Elbe-Elster

Herbert Damm, Kreisvorsitzender, und ich bedanken uns im Namen aller Teilnehmer bei Sahra für den spannenden Abend.
Herbert Damm, Kreisvorsitzender, und ich bedanken uns im Namen aller Teilnehmer bei Sahra für den spannenden Abend.

Mit großem Interesse besuchten am 13.02.2017 über 350 Gäste unsere Veranstaltung der LINKEN Elbe-Elster im Doberluger Refektorium. Sahra Wagenknecht, Fraktionschefin DIE LINKE im Bundestag, las aus ihrem neuen Buch „Reichtum ohne Gier – Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten“.

Mit folgendem wichtigen Zitat begann Sahra Wagenknecht ihre Buchvorlesung: „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ (Albert Einstein). 

Aber natürlich las sie, als promovierte Wirtschaftsexpertin, nicht nur aus ihrem Buch vor - das 2016 für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis nominiert wurde. Nein, sie stellte sich auch den Fragen von Moderator Sven Rosig und aus dem Publikum.

„Die Zeit ist aus den Fugen“, holte Sahra Wagenknecht das Zitat aus Shakespeares „Hamlet“ ins Jetzt. Das Auseinanderdriften zwischen Arm und Reich in der Gesellschaft ist nicht zwangsläufig zu akzeptieren. Aus ihrer Sicht muss es eine Alternative zum Kapitalismus geben. Die Entwicklung, nicht nur in Europa, ist beunruhigend.
60 Mio. haben durch kriegerische Konflikte ihre Heimat verloren, sind auf der Flucht. Auch in den entwickelten Industriestaaten gibt es immer mehr Armut. Im 18. Jahrhundert gab es den Spruch vom „Sonnenkönig“ Frankreichs: „Nach mir die Sintflut“. Die Frage stellt sich heute wieder. Wurden bislang die unteren Einkommensschichten langsam von der reichen Schicht nachgezogen, stagniert seit Jahren der Lebensstandard.

Es stellt sich die Frage: „Warum akzeptieren die Mehrheit der Bürger die Ungerechtigkeit?“ 1 % der Bevölkerung im 18. Jahrhundert galten als reich, hatten Einfluss auf Gesetz und Recht. Gleiches gilt für das 21. Jahrhundert. Die Märkte sind nicht die Schuldigen, die gilt es zu schützen, da sie wettbewerbsfördernd wirken können. Aber wichtig ist auch, in der Daseinsvorsorge hat der Markt nichts zu suchen. Werden im Gesundheitswesen immer mehr Stellen ausgegliedert, geht es zu Lasten der Qualität.

In der anschließenden Diskussion stellte die Fraktionsvorsitzende noch einmal klar, der Kleinunternehmer ist nicht der Gegner, der beutet sich selbst am meisten aus. Es geht um die großen Konzerne, die Regierungen erpressen und das Lohngefüge der Länder gegeneinander ausspielen. Bei so viel Wirtschaftsmacht bleibt die Demokratie auf der Strecke. Es geht auch anders.

Wenn Produktionsgewinne nicht einfach „abgefischt“ werden, sondern bei den Arbeitern ankommen, kann der Arbeitnehmer für das gleiche Geld statt 8 Stunden nur 5 Stunden arbeiten gehen. "Wir bleiben dabei, Kritik zu üben und Probleme anzusprechen. Die Entwicklung in Deutschland und Europa" – so befürchtet Sahra Wagenknecht – "kann 2 Wege gehen, Fortschritt in der Entwicklung aller oder weitere Einschränkung der Demokratie."

Anschließend nahm sich Sahra Wagenknecht die Zeit, jedem Buchleser ihr Buch zu signieren.

Das Doberluger Refektorium war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Das Doberluger Refektorium war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Sahra zitiert aus ihrem Buch "Reichtum ohne Gier". Sven Rosig (l.) moderierte den Abend.
Sahra zitiert aus ihrem Buch "Reichtum ohne Gier". Sven Rosig (l.) moderierte den Abend.

Sie kämpfen für ein Mandat: Ingo Setzermann und Diana Tietze
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