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Regionaltour durch Elbe-Elster

Bei den Johannitern
Bei den Johannitern

Am Donnerstag, 01.11.2018, war ich mit meiner Fraktionskollegin Andrea Johlige, Sprecherin für Asyl- und Flüchtlingspolitik, MigrantInnen- und AusländerInnenpolitik und Tolerantes Brandenburg, im Landkreis Elbe-Elster unterwegs.

Die erste Station der Tour war ein Besuch der Johanniter Erste Hilfe e.V. in Finsterwalde. Gemeinsam erleben dort deutsche Kinder und Kinder mit Migrationshintergrund tolle Abenteuer, Spaß und Spiel, Herbstbasteleien und lernen so voneinander nicht nur die Sprache, sondern auch, den anderen zu respektieren. Beim gemeinsamen Kuchenbacken war dies deutlich spürbar und den Besucherinnen blieb nur, dem munteren Treiben zuzuschauen.

Gemeinsam mit A. Johlige und U. Miething (r.)
Gemeinsam mit A. Johlige und U. Miething (r.)

 

Anschließend trafen wir uns mit der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, Ute Miething. Intensiv war der Austausch, insbesondere über die Integration der Flüchtlingsfrauen. Das Beispiel, Frauen, die das möchten, im Pflegebereich auszubilden, sollte Furore machen. In anderen Regionen gehört dies bereits fest zum Ausbildungsbereich. Ein Projekt, das alle Beteiligten weiter verfolgen werden.

Ein Teil des ehemaligen KZ
Ein Teil des ehemaligen KZ

Der Termin am Nachmittag führte in die Gedenkstätte des KZ-Außenlagers Schlieben-Berga.
Eindrucksvoll und mit vielen Emotionen sprachen die Vertreter des Vereins von ihrer Arbeit, den Hürden, aber auch von der Dankbarkeit, dass nicht vergessen wird, welch grausame Zeit Menschen im Konzentrationslager durchleben mussten. Für uns die klare Botschaft nicht nachzulassen im Kampf gegen Krieg, Aufrüstung und vor allem jegliche rechte Strömung. Dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte darf sich nicht wiederholen!
Umso mehr warf ein Vorwurf des Vereins Fragen auf, denn die Unterstützung vom Land fehlt. Die Finanzierung werde zum Teil aus privaten Geldern der Vereinsmitglieder getragen. Das geht so nicht! - fanden wir Landtagsabgeordneten übereinstimmend und versprachen dem nachzugehen. Die Stunden der detaillierten Aufarbeitung jeder einzelnen Opfergeschichte der einst 5000 Inhaftierten, der Erhalt der originalen Panzerfäuste, welche in Schlieben-Berga hergestellt wurden, und die interessante Führung durch das große Gelände – das alles ist zwar ohnehin unbezahlbar, aber es gilt vor allem, den Erhalt der Gedenkstätte zu sichern.
Verabschiedet wurden wir mit der Bitte, dass die Schulen und Einrichtungen, vor allem aus der Region, die Gedenkstätte mehr nutzen. Diese Bitte geben wir gern weiter…

In der Gedenkstätte ...
In der Gedenkstätte ...
... des KZ-Außenlagers Schlieben-Berga
... des KZ-Außenlagers Schlieben-Berga

Einen sehr eindrucksvollen Abschluss fand der Tag mit dem Vortrag von Andrea Johlige über die Situation in „Tschernobyl – heute“. Im angenehmen Ambiente des Ratskellers in Schlieben beeindruckte Andrea Johlige mit ihren privaten Bildern und Erzählungen zu einer Region, der das Schicksal Unvorstellbares angetan hat. Von einer einstigen Vorzeige-Industriestadt wurde Pripjat in nur wenigen Sekunden zur Geisterstadt  – unzählige Lebenswege fanden ein jähes Ende oder wurden für immer geprägt. Und ja, die Natur erobert sich dreißig Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl die Region zurück – nur wirklich natürlich ist dort nichts und wird es auf viele Jahrzehnte nicht sein. Ein Grund mehr, sich für den vollständigen Atomausstieg einzusetzen.

Interessant war die Entwicklung der Gespräche an diesem Abend, denn diese rankten sich um erneuerbare Energien, um Akzeptanz von Windkraft und Co und dem Bewusstsein, wie verwundbar unsere Erde ist.

Andrea Johlige bei ihrem Vortrag ...
Andrea Johlige bei ihrem Vortrag ...
... der mit großem Interesse verfolgt wurde.
... der mit großem Interesse verfolgt wurde.