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,,Tür auf! Schutzräume für alle gewaltbetroffenen Frauen" - frauenpolitische Sprecherinnen hissen Flagge zum Gedenktag gegen Gewalt an Frauen

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG

der frauen- und gleichstellungspolitischen Sprecherinnen der Fraktionen von SPD, CDU, DIE LINKE sowie von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Brandenburg aus Anlass des internationalen Gedenktags ,,Nein zu Gewalt an Frauen!" am 25. November

Seit 1999 ist der 25. November der internationale UN-Gedenktag zum Kampf gegen jegliche Unterdrückung und Gewalt an Frauen. Seit 2001 lässt die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes Fahnen anlässlich des Tages wehen, um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Zahlreiche Frauenbeauftragte, Verbände, Ministerien und Abgeordnete beteiligen sich jedes Jahr an der Fahnenaktion. Dies tun in diesem Jahr erneut auch Landtagspräsidentin Britta Stark, die frauenpolitischen Sprecherinnen der Fraktionen von SPD, CDU, DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie der Gruppe Freie Wähler, der Frauenpolitische Rat und Frauenministerin Diana Golze. Die Fahnenhissung fand heute vor dem Landtag statt (13 Uhr, Fortunaportal).

Das diesjährige Schwerpunktthema ist ,,Tür auf! Schutzräume für alle gewaltbetroffenen Frauen". Jede dritte Frau in Europa ab dem Alter von 15 Jahren hat im Verlauf ihres Lebens Erfahrungen mit körperlicher, psychischer und/oder sexueller Gewalt gemacht. In Brandenburg bieten 21 Frauenhäuser gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern Zuflucht. 2015 flohen 542 Frauen und 591 Kinder hierhin. Darunter sind mittlerweile auch viele geflüchtete Frauen. Weitere Angebote wie Beratungsstellen für Frauen und Mädchen bieten Hilfe und Unterstützung. Trotz alledem beweisen die Zahlen, dass der Kampf gegen Gewalt an Frauen noch lange nicht beendet ist.

Anlässlich der Aktion sagen die frauenpolitischen Sprecherinnen der vier beteiligten Fraktionen:

Ina Muhß, SPD-Fraktion:

,,Nein zu Gewalt gegen Frauen bedeutet nicht nur Nein zu häuslicher Gewalt, sondern ebenso zu Vergewaltigung, sexuellem Missbrauch, Sextourismus, zu Genitalverstümmelung, Zwangsprostitution und Zwangsheirat. Und da spielt es keine Rolle, aus welcher Kultur oder welchem Land man(n) kommt. Für Gewalt an Frauen (und Kindern) gibt es keine `mildernden Umstände´. Die Gesellschaft, wir alle, dürfen nicht wegschauen!"

Kristy Augustin, CDU-Fraktion:

,,Das Thema Gewalt gegen Frauen ist akuter denn je und oft trauen sich die Betroffenen nicht, häusliche Gewalt anzuzeigen, versuchen viel eher, das Erlebte zu verdrängen. Jegliche Gewalt an Frauen darf nicht verschwiegen werden. Zum heutigen Aktionstag wollen wir allen betroffenen Frauen auch Mut machen, ihr Schweigen zu brechen sowie Hilfe und Unterstützung anzunehmen. Dieser Tag ist aber auch ein Weckruf an alle, nicht wegzuschauen und Zivilcourage zu zeigen, wenn einem Mädchen oder einer Frau Gewalt angetan wird."

Diana Bader, Fraktion DIE LINKE:

,,Wer sich der Frauen- und Gleichstellungspolitik verschrieben hat, braucht einen langen Atem. Wir haben deshalb das gleichstellungspolitische Rahmenprogramm für das Land Brandenburg fortgeschrieben. Ein wichtiger Handlungsschwerpunkt ist und bleibt die Bekämpfung häuslicher Gewalt. Angehörige, Nachbarn, Freunde wollen wir ermutigen, hinzusehen und nicht wegzuschauen. Das gilt selbstverständlich auch mit Blick auf geflüchtete Frauen. Gewalt an Frauen ist kein Kavaliersdelikt und darf nicht tabuisiert werden. Wir zeigen Flagge, nicht nur am Aktionstag, sondern im Alltag."

Ursula Nonnemacher, Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen:

,,Durch die Reform des Sexualstrafrechts heißt jetzt zwar endlich Nein auch wirklich Nein. Aber wir dürfen die Debatte nicht allein auf das Strafrecht fokussieren. Was wir angesichts der erschreckend hohen Zahl gewaltbetroffener Frauen brauchen, sind keine weiteren frauenverachtenden Rechtspopulisten, sondern eine Gesellschaft, die täglich geschlossen Nein zu Gewalt gegen Frauen sagt. Eine Gesellschaft, die noch weiter ihre Türen aufmacht und Schutzräume für alle gewaltbetroffenen Frauen bietet."