17. März 2017

Es ist Zeit für mehr Lohngerechtigkeit!

Der Equal Pay Day macht alljährlich auf die geschlechtsspezifische Lohnlücke aufmerksam. In diesem Jahr fällt er auf den 18. März. Dazu erklären die Sprecherin für Frauen- und Gleichstellungspolitik Diana Bader und der arbeitsmarktpolitische Sprecher Andreas Bernig:

Männer verdienen im Schnitt immer noch mehr als Frauen. Der durchschnittliche Bruttoverdienst von Männern ist 21 Prozent höher, 2006 waren es sogar noch 23 Prozent. 77 Tage müssen Frauen in diesem Jahr mehr arbeiten, um das Durchschnittsgehalt ihrer männlichen Kollegen zu bekommen. Oder anders gesagt: Angenommen Männer und Frauen bekämen den gleichen Stundenlohn dann arbeiten Frauen rein rechnerisch im Jahr 77 Tage umsonst.

„Die  Gleichberechtigung von Frauen und Männern steht in Deutschland im Grundgesetz. In der Realität sind wir aber immer noch weit davon entfernt“, so Diana Bader. Deshalb habe die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche bzw. gleichwertige Arbeit an Aktualität nichts verloren. „Die Lücke im Gehalt hat sich in den vergangenen Jahren zwar weiter geschlossen, das Tempo ist aber zu langsam. Frauen verdienen mehr als sie bekommen, denn sie sind zunehmend gut und häufig besser ausgebildet als ihre männlichen Kollegen.“

Der von der Bundesregierung vorgestellte Gesetzentwurf zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen wird nach Auffassung von Andreas Bernig daran nichts ändern, zumal er nur für Betriebe ab 200 Beschäftigten gelten soll: „Der Anspruch auf Lohntransparenz allein macht aus einem schlecht bezahlten Job im Pflege- oder Dienstleistungsbereich noch keinen gut bezahlten Arbeitsplatz. Frauen brauchen wirksame Instrumente, ihren Rechtsanspruch auf eine gerechte Bezahlung durchzusetzen. Außerdem stellt sich die Frage, wie viele Betriebe überhaupt in Brandenburg von dem Gesetz tangiert werden.“

Mit einer Kleinen Anfrage will die Fraktion DIE LINKE von der Landesregierung wissen, welche Auswirkungen das Lohntransparenzgesetz in Brandenburg hätte. Nach Aussage der Bundesregierung soll das neue Gesetz etwa 14 Millionen Beschäftigte betreffen.